Frühlingsgefühle im Alter.

Dienstag, 07. Mai 2019

Wanderung von Empfingen nach Wiesenstetten.

Bei der letzen Wanderung auf dieser Tour gab es noch Glatteis, Schneereste und eine schmerzhafte Bauchlandung im Straßengraben. Das sollte nicht mehr passieren. Wanderführer Hermann hatte sich gewissenhaft vorbereitet und…….

so traf man sich am Friedhofparkplatz in Empfingen. Hoffentlich kein böses Ohmen. Dazu die Ankündigung, dass das erste Ziel der „Bodenlose See“ ist. Vermutlich der kleine Bruder vom Bodensee?! Nun, nach wenigen Metern stand am Wegesrand das von Julius Bauser gestiftete Bildstöckle „der gute Hirte“. Na also. Erleichtert wanderte man auf dem Horber Weg hinaus auf die Felder. Der Beschilderung folgend, ging es hinein in den Seewald.

 

Da geht’s lang
Der „Bodenlose See“

Und da lag er auch schon, der sagenumwobene, bodenlose See. Ein kleiner Tümpel, umgeben von Schilf, Gebüsch und seltenen Pflanzen. Ein geschütztes Biotop, um das es viele Geschichten gibt. Von einem Nonnenkloster, das hier versunken sein soll, von geheimnisvollen Gestalten die am und im See ihr Unwesen treiben. Einer Sage nach führten die Nonnen kein gottgefälliges Leben. Der Tanzboden war ihnen lieber als der Betstuhl, ein Spiegel interessanter als der Rosenkranz. Zur Strafe haben sie nun einen Fischschwanz als Unterkörper, aber der Oberkörper dieser Frauengestalten bringt heute noch die Burschen der Umgebung auf lasterhafte Gedanken. Leider war trotz angestrengtem Hinschauen keine Spur von Badenixen, von nackten Nonnen. Eine „bodenlose“ Frechheit. Weiter ging’s an einem rundum verkleideten Jägerstand vorbei, in dessen Türe sich ein Specht ein Schlupfloch gehämmert hatte. Warum wohl, das wollten die „Schöpflegucker“ genau wissen.

Die Schöpflegucker

Idylle, Natur und Ruhe wurden auf der Brücke über die Autobahn jäh zerrissen. Was für eine Geräuschkulisse, was für eine Hektik, was für ein Verkehr. Da freuten sich die Rentner, dass dies Vergangenheit ist, dass man gemütlich und entspannt unterwegs sein darf. Unterwegs in Wald und Flur, zwischen riesigen Rapsfeldern, die wie ein gelb leuchtendes Meer in der Sonne erstrahlten.

 

 

 

 

 

Einfach nur schön. Schön war es dann auch bei der Einkehr im Gasthaus Krone in Wiesenstetten. Zur Begrüßung durfte man einen Schlehenlikör mit Rum genießen. Zum Vesper wurden Bratwürste serviert und zur besseren Verdauung gab es einen Blutwurz. Wen wundert’s, dass diese Wirtschaft am Dienstagnachmittag von Rentnerinnen und Rentnern aus Nah und Fern aufgesucht wird. „Ja d Schäfer Karle aus Ergenzingen – wo kommst du denn her?“ Auch die früheren Fußballgegner aus Ergenzingen haben das Rentneralter erreicht und man freute sich riesig, dass man sich nach über 40 Jahren wieder mal trifft, dass man sich erinnert, wie es damals war. Super. Auf Wiedersehen.

Die stets um ihre Gäste besorgte Wirtin

Eine Stunde Rückmarsch war ein Leichtes. Nochmals genoss man die Aussicht zur schwäbischen Alb, zur Zollernburg, zum Plettenberg, zum Albtrauf. Dann noch ein „was machsch denn du do?“ Die Homagler freuten sich über das Treffen mit einem früheren Kollegen. Mit einem Dankschön an den Herminator ging wiederum ein herrlicher Nachmittag zu Ende.