Mit Hans Schlenker in Rottweil unterwegs

Dienstag, 14. Mai 2019

Eine Stadtbesichtigung mit vielen Überraschungen.

Der frühere Leinstetter Pfarrer Hans Schlenker begrüßte die DienstagsWanderer auf dem Parkplatz am Stadtgraben. Die Leinstetter Katholiken waren ihm bekannt, die „Lutherischen“ Teilnehmer weniger. Aber

auch diese wurden herzlich aufgenommen. Nach den ersten Informationen über den Stadtgraben, den Kriegsdamm und einem Blick zur Justizvollzugsanstalt ging es bergauf zum Hochturm, der im 13. Jahrhundert als Wach- und Gefängnisturm errichtet wurde. Über ausgetretene Holztreppen und durch eine kleine Holztüre gelangte man auf den Balkon hinaus. Es bot sich eine prächtige Rundsicht hinüber zur schwäbischen Alb, zum Neckartal und natürlich zum Thyssenkrupp Turm.

Herrliche Aussicht vom Hochturm
Der heutige Gigant

Welch ein Gegensatz. Hans Schlenker informierte über die Stadtteile, die Bedeutung der Namen, zeigte den Verlauf des Stadtgrabens und benannte die verschiedenen Kirchtürme. Der Abstieg vom Turm brachte niemand außer Atem. Doch, Josef Rack, der sich inzwischen eingereiht hatte, fehlte. Wen wunderte es? Einer musste ja der Letzte sein und wer Josef kennt, der weiß, dass er in dieser Position unschlagbar ist. Paul vermutete,  dass Josef den Stadtarbeiter im Turm auf die BLAU-GELBE Parteiseite ziehen wollte. Na ja, wenn man das Gruppenbild betrachtet, könnte man schon meinen, es wäre eine FDP Veranstaltung. Blau spricht für die Sympathisanten, das fehlende Gelb für die Zweifler. Auf dem Weg durch Rottweils alte Gassen in Richtung Stadtmitte gab es kaum ein Haus, einen Erker oder ein Geschäft zu dem Hans Schlenker keine Geschichte oder Anekdote wusste. Erstaunlich, was er alles zu erzählen hatte. Am Schwarzen Tor kam man natürlich auf die Rottweiler Fasnet zu sprechen. Der „Rottweiler“ am Straßenrand flößte den Kameraden ausnahmsweise  keine Angst ein.

Ein harmloser Rottweiler

 

Lohnende Ziele

Auch im Stadtmuseum gab es allerlei zu bewundern. Danach ging es durch den mittelalterlichen Stadtkern hinunter zur Kapellenkirche, auch ein Wahrzeichen der Stadt Rottweil. Mächtig erhebt sich der Kapellenturm über das Neckartal. Grandios der Blick hinunter zur Neckarschleife, den man auf dem Weiterweg zum ehemaligen Dominikanerkloster genießen durfte. Jahrhundertelang war die Predigerkirche die Klosterkirche, bevor sie zur evangelischen Stadtkirche wurde. Auch hier wusste Hans Schlenker viel zu erzählen, zu  erläutern. Das Innere, das mit anderen evangelischen Kirchen nicht vergleichbar ist, war bewundernswert.

Einer der staunenden Kameraden ließ das alles mit geschlossenen Augen in sich wirken. Oder hat er seinen Mittagsschlaf nachgeholt? Die Besichtigung des Münsters erforderte nochmals Aufmerksamkeit. Hans Schlenker forderte zum Hinsetzen auf, was gerne angenommen wurde. Von der Turmuhr hatte es längst VIERE geschlagen und da sitzt man normalerweise beim ersten Radler, aber nicht heute. Die Geschichte des Münsters ist unendlich und vermutlich hätte Hans Schlenker noch stundenlang berichten können. Zum Altar, zu den Bänken, zu den Seitenaltären, zu den Bildern, es gab nichts, wozu er nichts   wusste. Trotzdem sind wieder einem Kameraden die Augen zugefallen und wiederum war es ein „Protestant“.  Darüber muss geredet werden. Obwohl,  Pfarrer Schlenker hat den Beiden bestimmt großzügig verziehen. Na ja, drei Stunden aufmerksam zuhören, wandern, schauen, aufnehmen, das hatte man noch nicht so oft. Herzlichen Dank an Hans Schlenker, der unkompliziert, verständlich und unermüdlich auf das Wesentliche hinweisend, eine sehr interessante Stadtführung geboten hat.

Ja und dann war da noch der gesellige Teil. Einkehr. Nochmals eine Überraschung. „Wir gehen zu mir“! Der Hirte sorgte für seine Schafe, egal ob evangelisch oder katholisch. Die Wohnung von Hans Schlenker war zum Restaurant umfunktioniert.

Wer könnte da „Nein“ sagen?

Ein Vesperbufett vom Feinsten. Toll hergerichtet. Wurstsalat, Hausmacherwurst, Rauchfleisch, Lachsroulade, Bauernbrot, Gurken, Radieschen und nicht zu vergessen, Spieße mit FDP Cocktailtomaten, nämlich gelbe, statt rote. Ein Korb voller Bierflaschen und schlussendlich ein süffiger Riesling-Messwein. Natürlich nur für ehemalige Ministranten, die das „Ad deum, qui laetificat“ noch auswendig können, wie Paul betonte. Kurzum, alles perfekt. Nochmals vielen Dank an die Spender und Organisatoren Marianne Kern, Josef Rack und den Stadtführer Hans Schlenker.

 

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