Im Tal des rauschenden Wassers

Dienstag, 21. Mai 2019

Bei Hochwasser durch die Schlichemklamm

Ein Erlebnis besonderer Art bot sich den DienstagsWanderern bei der Wanderung durch die Schlichemklamm. Eigentlich hätte man diese Nachmittagstour am verregneten Dienstagmorgen absagen müssen, aber die  alte Weisheit bewahrheitete sich mal wieder. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung. Und so war es auch. Mit Regenschirmen, mit Regenjacken, Mützen, Stöcken und gutem Schuhwerk bestens bewappnet, fuhr man zum Startpunkt nach Böhringen. Wanderführer Hemme

war bestens vorbereitet, da er ja seine Jugendzeit im nahen Epfendorf verbracht hat, bevor er ins gelobte Land gezogen ist. Schon bei der Anfahrt schwelgte er in Erinnerungen an damals. An damals, als es noch Zeltlager in der Schlucht gab, an Abende am Lagerfeuer in wildromantischer Natur, da wo heute ein Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. An damals, als er im Alter zwischen 16 – 18 Jahren mit dem Rauchen und Biertrinken begonnen hat – „und mit noch etwas“, meinte der  Beifahrer,  worauf Hemme diskret antwortete: “ Das hast du gesagt.“ Es wusste auch so jeder, welche unerfüllten Träume man in diesem Alter geträumt hat.

Zurück zur Wirklichkeit. Voller Tatendrang und Optimismus bat Neu-Dienstagswanderer Hemme zum Aufbruch. Was macht das Wetter? Diese Frage war längst beantwortet. Es war egal. Über offenes Gelände führte der Weg hinüber zur Autobahn. Diese wurde zügig unterquert. Die mächtigen Betonpfeiler, die Stützwände und die maroden Unterbauten machten nachdenklich, die Schläge der oben fahrenden LKW’s zwangen zum Weitergehen. Am Schild „Schlichemwanderweg“ ging es links ab, mit schöner Aussicht zu scheinbar endlosen Laubwäldern und zu den Felswänden der Schlucht. Toll. Und dann war man plötzlich mittendrin, in der Schlichemklamm, auf einem rutschigen Wanderpfad. Auf der einen Seite die Felsen, auf der anderen das rauschende Hochwasser der Schlichem. Wanderführer Hemme ging pflichtbewusst voraus. Nun hieß es konzentriert durch einige enge, vom  Wasser umspülte  Passagen zu gelangen. Ein Abrutschen wäre fatal gewesen. So hatte die Schlichemklamm noch keiner erlebt. Wo man im Sommer trockenen Fußes das Bachbett durchschreiten kann, stürzten sich die Wassermassen geräuschvoll über Absätze, um Felsblöcke und angeschwemmte Baumstämme talwärts.

Baden nicht empfehlenswert.

Ein faszinierendes Schauspiel. Unwirklich schön. Das bisschen Regen zwischendurch, die tropfenden Äste, die nassen Hosenbeine, nichts davon konnte die Stimmung trüben. Über einen Holzsteg wurde die Schlichem überquert und ein Asphaltsträßchen nahm die Gruppe auf. Schade. Aber auch diese Strecke bot genussreiches Wandern. Die Schlichem versteckte sich hinter mit Hahnenfuß übersäten Wiesen, dessen gelbe Blüten müde und halb geschlossen an ihren Stängeln hingen. Das Maiglöckchen am Waldrand tat es ihm gleich. Beide warteten vergeblich auf wärmende Sonnenstrahlen. An einem Holzstapel war es dann vorbei mit der Stille im Tal. Die Holzfachmänner konnten sich nicht auf eine bestimmte Baumart einigen. Was Altersringe sind, darüber gab es keine Diskussion. Man hätte sie gut zählen und mit dem eigenen Alter vergleichen können. Man hätte die Strukturen in der Rinde mit den eigenen Falten (wo auch immer) vergleichen können, aber man musste ja weiter.

Birke war es sicher nicht…..

Inzwischen war das Neckartal erreicht. Das Sportgelände des FC Epfendorf, auf dem Hemme seine fußballerischen Glanzzeiten erlebt hat, wurde passiert und endlich ging es zur Einkehr. Die Mauserfraktion mit Gotthard, Hermann und Richard traf ehemalige Arbeitskollegen, die Leinstetter Fraktion durfte Hannelore Gaus begrüßen und der Epfendorfer stand mit Händeschütteln und „Hallo“ sagen fast unter Stress. Karl musste einen Wurstsalat essen, weil er sonst von Erika einen Rüffel bekommen würde, falls er hungrig nach Hause kommt. Auch Fritz konnte nicht widerstehen. Der Wirt und seine Frau gaben ihr Bestes und so fühlten sich alle sauwohl „in der kleinen Kneipe in unserer Straße“. Wanderführer Hemme hatte seine Feuertaufe bestanden, zumal er mit einer Einstandsrunde noch Pluspunkte sammelte. Schön war’s!

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