Auf der Klösterle-Schleife im Wolftal

Dienstag, 04. Juni 2019

Eine Wanderung im Herzen des Schwarzwaldes.

„Einfach sagenhaft“, so steht es auf dem Prospekt, der den Premiumwanderweg bei Bad Rippoldsau beschreibt. So war es auch. Mit dem PKW fuhren die DienstagsWanderer nach Freudenstadt, ließen Wanderführer Hans zusteigen und dann ging es flugs über den Zwieselberg und hinunter nach Bad Rippoldsau.

Auf geht’s.

Bei der Wallfahrtskirche Mater Dolorosa wurde geparkt. Auf wallfahren war man nicht eingestellt und so ließ man dieses kulturhistorische Kleinod achtlos links liegen. Schade eigentlich, aber zeitlich wäre es eng geworden, zumal Hans versprochen hatte, keine Zusatzschleife einzubauen. Na ja, die Tour nennt sich Klösterle-Schleife und einen knackigen Anstieg hat er auch prophezeit, also war man gespannt, was da kommen würde.

Was wohl der erhobene Zeigefinger bedeutet?

Über einen Steg wurde die rechte Seite des Wolftales erreicht. Ein munter plätschernder Schwarzwaldbach, der Peter zum Nachdenken anregte. Der oder die Wolf, ach so, das Wolftal, logisch das Wolf. Deutsche Sprache, schwere Sprache. Herrlich ging es am von Neophyten überwucherten Bachlauf entlang talwärts bis zum Gasthaus „zum letzten G’stehr“. Da hörte man das Herz des Flößerkönigs Fritz unter seinem durchschwitzten Hemd deutlich höher schlagen. Es schlug aber noch höher, als nach dem Wechsel der Talseite eine sacksteile Rampe erklommen werden musste. Zum Burgbachwasserfall 0,8 km, zum Burgbachfelsen 1,0 km, das stand da so harmlos auf dem Wegweiser.

Und dann musste man auch noch das Tempo, das Hans mit seinen legendären raumgreifenden Schritten vorlegte, mitgehen. Ging fast nicht. Doch am Wasserfall waren die Mühen schnell vergessen. Ein unglaublicher Anblick. Einer der höchsten freifallenden Wasserfälle.

Der Burgbachwasserfall.

Eine senkrechte Wand, über die sich das Wasser herabstürzte, seitlich kleine Rinnsale, die sich wie Perlonschnüre über die mit Moos und Farn bewachsenen Felsen ergossen. „Einfach sagenhaft“.  Die im Wasserstrahl reflektierende Sonne machte die Faszination komplett.

Aber dann musste nochmals gekämpft werden. Steil zog sich der Pfad am Burgbachfelsen hinauf. Ungefähr so wie im Schwarzwälder Bote abgebildeten Gipfelgrat am Mont Everest. Halt ungefähr. Alle kamen unversehrt im Pavillon an. Wieder ein Höhepunkt. Tolle Aussicht ins Wolftal. Aus der Felswand flogen junge Bussarde heraus, ließen sich im Aufwind tragen. Ob ihre Schreie die  Angst oder die Freude über die offensichtlich ersten Flugversuche bezeugen sollten, war nicht zu erkennen. Die Schreie nach einem Fläschchen Bier, das waren deutliche Notschreie, aber erhört wurden sie nicht. Hans wusste zwar eine Möglichkeit, wie er einen Kasten Bier hier deponieren hätte können, nur getan hatte er es nicht. Durchhalten, aushalten und bei fast 30 Grad Hitze nochmals eine blumenübersäte Wiese hinauf,  dann war es geschafft.

Unbeschreiblich schön.

Der höchste Punkt der Tour war erreicht und auf einem wunderschönen Bergpfad ging es durch den schattenspendenden Wald am Hang entlang. Der Abstieg nach Bad Rippoldsau hinunter verursachte leichte Knieschmerzen, das Bächle am Bauernhof rettete mehrere Kameraden vor dem Verdursten und beim Anblick der Wallfahrtskirche machte sich unbändige Freude auf ein frisches Bier breit, denn man wusste, unweit der Kirche ist ein Tisch reserviert. Das hat Hans zum Glück nicht vergessen und somit konnte Herrn Lehrer mit voller Überzeugung eine 1 + gegeben werden. Eine selten vergebene Note, mehr als verdient.

Hut ab!

 

3 Antworten auf „Auf der Klösterle-Schleife im Wolftal“

  1. Schade, dass ich nicht dabei sein konnte.
    Meine alte Heimat.
    Der Burgbacher Wasserfall auch im Winter ein toller Anblick. Vielleicht nehmt ihr mich dann mit.
    Eimal eine Ausnahme.
    Ich sag’s auch niemandem

  2. Eine tolle Wanderung auf der schönen Klösterle – Schleife. Danke für den schönen Bericht mit Bildern. Für uns ist diese Nummer zu groß. Hut ab und weiterhin gut Fuß, wünschen euch die Mittwochswanderer .

    .

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