Wasser, Wildnis, weglos.

Dienstag, 11. Juni 2019

Mit Albrecht durch das Engerstal.

Das Wasser sucht sich seinen Weg. Das konnte man im Engerstal deutlich erkennen. Die Mettstetter suchten schon vor Jahrzehnten ebenfalls einen Weg, dieses wilde Wasser aus dem Engerstal zur Wasserversorgung in den Ort zu holen. Am Dienstag suchten die DienstagsWanderer wiederum einen Weg zum alten Wasserhäusle und von dort nach Dettingen.

Gestartet wurde in Dürrenmettstetten und zügig ging es bei leichtem Nieselregen hinaus zu den Feldern und zur ersten Station. Zwei riesige Fässer, aus denen man sich Wasser zum Gießen holen kann, sofern man einen Schlüssel besitzt. Danach ging es steil bergab, hinunter ins Engerstal. Durch Brennnesseln hindurch,  unter einer umgestürzten Tanne durchkriechend, wurde ein kleiner Wasserfall erreicht. Zwischen Moos und Gras plätscherte das Wasser über die Felskuppe. Herrlich, idyllisch.

Im Urwald.

Auf dem Weiterweg stolze, mit Efeu umwachsene Tannen, daneben kerngesunde Buchen und leider auch dem Borkenkäfer zum Opfer gefallene, trostlos auf ihr Ende wartende Baumstämme. Urwald. Ein Traktor donnerte vorbei, auf dem Hänger die Motorsäge. Wieder musste hüfthohes Gras und Brennnesseln niedergetrampelt werden um zum alten Wasserhäusle zu gelangen. Aus dem Bächle angelte Albrecht Tannenzäpfle, in Flaschen natürlich, das kam sehr gut an bei den Wanderern. Außer dem Blubb beim öffnen war nun auch eine Motorsäge zu hören und ein krachendes Geräusch meldete, dass der Baum fällt. „Des war a Rechte“ bemerkte Gotthard. Er kennt sich aus. Nach einem kurzen Plausch mit dem Baumfäller wurde der Talgrund  verlassen und auf halber Höhe weitergewandert.

Ein nettes Gespräch.

Rückegassen, Kahlhiebe, Anflug, Jungbestand, es gab immer was zu diskutieren, zu analysieren. „Rechts“. Auf einem grasigen Waldweg ging es in Richtung Dettingen. Es zog sich, endlos, dann weglos. Und jetzt? „Wir hätten sollen…, – hab es doch gleich gedacht“, klar, nachdem der Weg plötzlich zu Ende war, da wusste es jeder, dass man hätte sollen…! Seit die Gemarkung von Dettingen erreicht war, war Hermann der Frontmann. Verzweifelt suchte er nach einem Weg, einem Ausweg, nach dem Heimweg. Da stürmte er durch die blühende Wiese, kein Blick für die herrlichen Blumen, nur möglichst weit nach vorne, damit er das Gejammer der Kameraden nicht  hören konnte. Ein Bienenstand, das erste Haus und dann gab der Wald den Blick hinaus nach Dettingen frei.

Blick nach Dettingen.

„Kehr ich einst zur Heimat wieder“, hörte man Hermann singen – oder war es das ängstliche Muhen der verdutzten Kühe, die verstört das Treiben am Zaun beobachteten?  Nochmals ein seltsamer Anstieg, dann war es geschafft.

Beim Schützenhaus war der Traktor geparkt, der die Gruppe nach Dürrenmettstetten transportieren sollte. Mit dem Pkw, mit dem Bus, mit dem Zug, mit der Strambe, mit dem Schrägaufzug, ja man hatte schon viele Transportmittel ausprobiert, aber auf dem Traktoranhänger, das war neu. Bei Kerstin im Uhlandweg standen Zwetschgenwasser, Grappa und Blutwurz bereit um sich etwas Mut anzutrinken.

Eine willkommene Pause.

Nach dieser wohltuenden Pause gab es kein Halten mehr. Für den Hängeraufstieg stand ein Treppchen bereit, für die Fahrt drei wackelige Festbänke. Der hintere Schlag fehlte und wurde durch zwei brüchige Expandergummis ersetzt.

Hoch das Bein!

Dass junge Burschen am Vatertag so durch die Lande ziehen, das weiß man, das kennt man, aber dass ein Karren mit einem Dutzend Rentnern durch die Gegend fährt, das gibt es nicht alle Tage. Mit Geholper und Gepolter gelangte man unfallfrei nach Mettstett und am Küferstüble stieg man gerne wieder ab und schleifte sich mit letzter Kraft den letzten Anstieg hinauf. Nach und nach wich die Blässe wieder aus den Gesichtern, das Freibier schmeckte herrlich und es wurde auf einen abenteuerlichen Nachmittag angestoßen.

 

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