Im Besucherbergwerk „Himmlisch Heer“

18. Juni 2019

Was, in Hallwangen gibt es ein Bergwerk?

Ja, kaum einer wusste es. Aber es stimmte. Es ist das „Historische Silber-, Kupfer- und Schwerspat-Bergwerk“.  Also wurde Fritz, der eh überall „Einen“ kennt, beauftragt, einen Termin zu organisieren. Dann war es soweit.

Gespannt fuhr man nach Hallwangen. Ein kurzer Fußmarsch und schon war der Vorplatz der Grube erreicht. Bergwerksführer Winfried Schillinger begrüßte die Gruppe, verpasste jedem einen wasserdichten Umhang, der an die längst vergessene Ministrantenzeit erinnerte. Die Köpfe wurden mit Helmen verziert, an denen mehr oder weniger funktionierende Lampen angebracht waren. Somit, wie im richtigen Leben, fast nur helle Köpfe. Ein Erinnerungsfoto vor dem Einstieg und dann lauschte man gespannt den Ausführungen von Herrn Schillinger. Schnell stellte man fest, dass er mit Begeisterung, Freude und Kompetenz bei der Sache ist. Klick, klick, die Fotos waren im Kasten (hoffentlich nicht die letzten der DienstagsWanderer) und hinein ging’s in den schwarzen Schlund. Gebückt wurden die ersten Meter zurückgelegt. „Deng“, und schon hatte der Helm einen weiteren Kratzer. „Deng“, auch dem Hintermann ging es nicht anders. Man war sich jetzt sicher,  dass der Helm unentbehrlich ist. So ging es immer weiter hinein,  während Herr Schillinger vieles erläuterte, erzählte. Über Hallwangen, über das Bergwerk, über die Menschen, die hier unter Tage bei widerlichen Umständen ihren kargen Lohn verdienen mussten. Vom Stollen „Himmlisch Heer“ führte eine Treppe hinunter zum Stollen „Irmgardglück“. Jetzt befand man sich ca. 37 m unter der Erde. Kein gutes Gefühl, kein Drang, hier unbedingt bleiben zu müssen.

Ungläubige Blicke

Vermutlich hat Herr Schillinger die aufkommende Bedrücktheit gespürt und bat deshalb zum  Singen der ersten Strophe des Steigerliedes. Und so schallte es durch die Katakomben, bebte es an den feuchten Wänden und ließ die ersten Steine aus den Schächten rieseln:

Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt, und er hat sein helles Licht bei der Nacht, und er hat sein helles Licht bei der Nacht, schon angezünd’t, schon angezünd’t.

Im Stollen

Kurzfristig stieg die Stimmung wieder an, aber Erleichterung verspürte man erst, als „das Licht am Ende des Tunnels“ zu erkennen war.

Schwüle Luft empfing die Bergleute und hurtig wurden Helme und Umhänge abgelegt. Im Campingstüble auf der Königskanzel wich auch das letzte beklemmende Gefühl im Magen, nachdem das erste Bier hineingeflossen war.

Noch einmal wurde der Versuch unternommen, das Steigerlied zu singen. Der Applaus auf der Terrasse hielt sich in Grenzen, die verdutzten Gäste konnten ja nicht wissen, was die DienstagsWanderer an diesem Nachmittag schon erlebt hatten.

Dienstag, 25. Juni 2019

Wanderung durch die schattigen Wälder des Glattals.

Hoch „Ulla“ machte es den DienstagsWanderern schwer, sich aus dem Schatten der verdunkelten, angenehm kühlen Wohnung zu bewegen. Doch Dienstag ist  Dienstag, ob Kälte, Hochwasser, Sauwetter oder eben 35 Grad im Schatten, egal, raus in die Natur. Man hätte auch unter dem Kastanienbaum beim Rathaus sitzen bleiben können, zwischendurch am Brunnen einen kräftigen Schluck Wasser trinken und den schwitzenden Brückenarbeitern zuschauen können, aber nein, „Gebhard/Gotthard“ hatte die Gruppe zum Umtrunk im Biergarten in Bettenhausen angemeldet. Also Schluss mit dem Hitzestöhnen. Durch die Heimbachstraße war man noch den sengenden Sonnenstrahlen ausgesetzt. Im Sägewald am Einstieg zum Bänkleweg war es recht angenehm, anfangs. Mit zunehmender Steilheit begannen sich die Schweißtropfen zu kleinen Rinnsalen zu bilden, die den Rücken hinunter flossen und („das Wasser sucht seinen Weg“ könnte man wieder sagen) sich durch den Hosenbund einen Weiterweg suchten. Der Abzweig zum ersten Bänkle war erreicht, die Wanderer freuten sich auf den ebenen Weiterweg. Zu früh gefreut. Plötzlich hieß es,  wir nehmen den oberen Weg. Gestöhne, leises Fluchen, wie weit denn noch, aber dann war es geschafft. Erholsam ging es vorbei an unzähligen Festmetern Holz, an eigenartigen Bienenstöcken, an denen die emsigen Bienen die Voraussetzungen für unseren guten Honig schufen, den wir oft gedankenlos aufs Brot schmieren.

Honigfabriken.

Es folgte ein kleines Stück auf der Fürnsaler Straße, bevor auf die inzwischen asphaltiere Steige abgebogen wurde. Drüben am Brachfelder Sträßchen war die Dornhaner Rentnergruppe zu erkennen, die zielstrebig nach Bettenhausen eilte.

Ja wo laufen sie denn?

Wer gewinnt das Rennen? Fast gleichzeitig ließ man sich im Biergarten nieder. Drei Mädels stürzten aus der Adlerstube und versorgten die durstigen Rentner mit Getränken, Bauernbratwürsten, Brezeln und belegten Brötchen. Wer  soll das alles essen? Vorweg, es blieb nichts übrig. Der Nebentisch wurde zum Kuchenbuffet umgebaut, es roch nach Kaffee und das Bier zischte durch die Kehlen. Pius war zügig mit dem Traktor unterwegs, im Haus Anneliese wurden ihre schönen Möbel, der samtweiche Fernsehsessel und selbst ihre kostbaren Perserteppiche entsorgt. Also keine Langeweile im beschaulichen Adlerhorst. Gebhard/Gotthard feixte mit der Bedienung, die ihm aber nichts schuldig blieb. Nun ja, nächstes Mal will er bei ihr anrufen, sie meint, wir  können es ja mal zusammen versuchen, mal schauen, was dabei rauskommt. Ein Schelm, wer böses denkt. Der Heimweg am Schneckenbiotop vorbei und an der Glatt entlang wurde locker gemeistert, obwohl die Sonne immer noch gnadenlos auf die Häupter der armen Wanderer schien.

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