Raus aus den Niederungen des Glatttales.

Dienstag, 16. Juli 2019

Raus aus den schattigen Wäldern zwischen Leinstetten, Bettenhausen, Dürrenmettstetten und Hopfau.

Also fuhren die DienstagsWanderer nach Loßburg. Beim Freibad wurde geparkt und dann auf dem neuen Radweg in Richtung Ödenwald gewandert. Für den Autoverkehr war die Strecke immer noch gesperrt. Für einen Bettenhausener Straßenarbeiter, der an der Baustelle pflichtbewusst seine Arbeit erledigte, gab es deshalb bitterböse Kommentare. Spaßig natürlich.

Er trug es mit Fassung. Für den neuen Radweg gab es nur lobende Worte. Nach dem ersten Anstieg ging es gemächlich hinüber nach Büchenberg. An der Abzweigung zur Lohmühle wurde der Radweg verlassen und die halbfertige Straße überquert. Selbstverständlich nicht ohne die Absperrung wieder korrekt anzubringen. Hütte in Sicht. Das gab Auftrieb, die Schrittlänge nahm zu und schon saß man unterm Sonnenschirm. Ein herrlicher Platz, eine freundliche Bedienung (dia isch vo Oberiflinga) und natürlich eine kühle Radlerhalbe. Bescheiden, wie Rentner halt so sind, war man wunschlos glücklich. Fast. In der Ferne waren Windräder zu erkennen. Aber wo die stehen, das löste dann schon Diskussionen aus. Man einigte sich um fließend zur nächsten Streitfrage zu gelangen. Wo ist Süden, Norden, Westen, Osten? Und da wurde es schwierig. Die Chefin zeigte, wo Westen ist. Aber so leicht war Bruno nicht zu überzeugen, da der Sonnenstand wegen des Sonnenschirmes nicht genau festgestellt werden konnte, na ja. Dass gegenüber von Westen Osten ist, das akzeptierte er gerade noch, aber dann? Mit der Anzeige auf dem Handykompass war er gar nicht einverstanden, also begab er sich zur Info-Tafel. Dort war unter anderem der Titlis in der Schweiz angeschrieben, also musste dort Süden sein. Aber Bruno hatte seine Brille vergessen und somit war er doch nicht ganz sicher. Paul war mit Titlis und Süden auch nicht einverstanden. Walter verstand überhaupt nicht, warum Bruno als ehemaliger Ausbilder beim Bund in Zweifel war. Fritz lief mit dem Handy ums Lokal, aber auch er fand nicht der Weisheit letzter Schluss. Gut, man hätte noch warten können bis die Sonne untergeht, ob man sich dann einig gewesen wäre, dass sie im Westen hinter den Tannen verschwindet, ist mehr als fraglich. Die letzte knifflige Frage war weniger schwierig. Wo ist bei einem Baum hinter dem Baum? Klar, da wo das Tempotaschentuch liegt.

Am Kinzigsee.

Der Rückweg durch den Wald, am Bächlein entlang, gesäumt mit kniehohem Farn, hinunter zur Kinzigquelle, war wunderschön. Der Aufstieg auf der Himmelsleiter wurde ignoriert.

Die Himmelsleiter.

Rentenalter, Süden, Osten, Westen, Norden, egal, auf diesen Weg wollte sich noch keiner machen. So blieb nur noch der Heimweg.

 

Eine Antwort auf „Raus aus den Niederungen des Glatttales.“

  1. Super Bericht und sehr lustig. Nicht ganz so einfach, wo die Himmelsrichtungen liegen. Freue mich jedes Mal drauf, lieber Gerhard. Gruß Uschi

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