Ein netter Novembernachmittag.

Dienstag, 19. November 2019

Auf unbekannten Wegen von Glatten nach Dornstetten.

Auf der Straße nach San Fernando, da stand ein Mädchen wartend in der heißen Sonne….nein, so war es natürlich nicht.

Weder ging es nach San Fernando, schon gar nicht stand ein Mädchen in der heißen Sonne. Auf der Straße nach Dornstetten, diese Strecke kennt jeder, fährt jeder. Aber was sich Wanderführer Manfred ausgedacht hatte, das war toll. Nachdem man den Kreisverkehr in Glatten an der richtigen Ausfahrt verlassen hatte, ging es steil bergauf zur Schlackhalde. Am Ortsrand gönnte man sich eine kleine Verschnaufpause und ganz zufällig stand da ein Baum, mit einem Dächle drauf, drunter ein Schlag, der sich öffnen ließ und wundersamerweise waren im Innern mehrere Schnapsflaschen deponiert.

Dieser Baum ist nicht krank.

Eine supertolle Idee, die natürlich belohnt werden musste. Dann ging es gemächlich hinüber zum Fischwang, hinein in den Wald. Ein munteres, vom gefallenen Laub eingerahmtes Bächlein plätscherte talwärts. Auch der Pfad war streckenweise fast so tief wie das Bachbett.

Dornstetten aus einer unbekannten Perspektive durfte auf dem letzten Kilometer bestaunt werden. Verwundert war man auch über die fast fertige S-Bahnhaltestelle „Dornstetten“. Ja sowas.

Nach der Einkehr ging es auf einem für alle unbekannten Weg an der ehemaligen Stadtmauer entlang, die auch für viele Häuser die Außenwand bedeutet.

Gemüsegärten an der Stadtmauer.

Direkt darunter die Gemüsegärten der Anwohner, die für sie vermutlich nur durch abseilen oder auf einem großen Umweg zu erreichen sind. Wanderführer Manfred setzte dann zu einem sonderbaren  Schwenk an, der vermuten ließ, dass man jetzt nach Freudenstadt zum Hauptbahnhof wandert. Ungeachtet der Lästereien ließ er sich nicht von seinem Weg abbringen und tatsächlich konnten die DienstagsWanderer irgendwann trotz leichter Dämmerung die Häuser von Glatten erkennen. Nach 9,4 km war endlich das Ziel erreicht. Wäre da nicht die Aussicht auf ein deftiges Vesper in der Maierschen Oase gewesen, man hätte die 600 fehlenden Meter zu 10 km im Kreisverkehr herunter gerissen. So stürzte man sich auf die von Hans-Dieter und Lothar vorbereiteten Wursträdle, verzehrte das „Zwei Nächte Brot“ oder wie oder was und trank genüsslich Manfreds herrlichen Birnenmost.

Scharfe Sachen – das Messer und die Wurst.

„Zwei Nächte Brot“, das löste natürlich Diskussionen aus. Erstens gibt es das beim Saur- und nicht beim Zieglerbeck. Zweites war das Brot frisch und nicht zwei Nächte alt. Drittens, so klärte der Hausherr auf, ist das Brot nicht zwei Nächte alt, sondern der Teig durfte vor dem Schub in den Ofen zwei Nächte ruhen. „Und was hat er dann tagsüber gemacht? “ kam der Einwand. „Da musste er gehen“. Schluss mit dem neumodischen Zeug. Früher hat man Brot von gestern gekauft, weil man schneller satt wurde oder weil es zum halben Preis angeboten wurde. Leider mussten die pflichtbewussten Bettenhausener Wanderer zur Bürgerversammlung und deshalb lehnte man schweren Herzens einen weiteren Krug Most ab und verließ die Oase der Glückseligkeit.

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