Die DienstagsWanderer im Unimog-Museum.

Dienstag, 26. November 2019

Ein spannender Nachmittag.

Treffpunkt Stadtbahnhof Freudenstadt. Organisator Hans stand schon bereit um die Fahrkarten zu  lösen. Nur, wie viele, das zu lösen, war schon schwieriger. Erster Zuruf: „Walter und ich brauchen keine Karte“.  Zweiter Zuruf: „Bruno ist auf dem Örtchen“. Dritter Zuruf: „D Hans-Dieter au“. Vierter Zuruf: „D Fritz sitzt noch im Auto“. Das konnte ja heiter werden.

Letztendlich kam man auf die Zahl  20. Aber Walter und Albrecht musste man wieder abziehen, also nur 18. Aber die günstigste Kartenvariante, 4 X 5 Personen, ergab halt wieder 20. Hans-Dieter hatte die Lösung. Ein älteres Ehepaar wurde angesprochen und zur Freifahrt nach Baiersbronn eingeladen. Opa und Oma nahmen dankend an. Somit war das Thema „täglich eine gute Tat“ auch erledigt. Endlich kam auch der Zug und alle fanden im gleichen Abteil einen Sitzplatz. Dann war es vorbei mit guter Tat und lustig. Oberlehrer Hans beschäftigte sich mit Mathematik und  plötzlich hieß es 15 Euro zu berappen. Vielleicht hätte Kopfrechnenspezialist Paul nachrechnen sollen?  Nein, ganz sicher nicht. Zugfahrt, Eintritt ins Museum mit Führung, und das Beste, die von Hans verteilten Brezeln und das Allerbeste, die von Peter mitgebrachten Bratwürste, alles war inbegriffen. Nur Ernst hatte etwas Koordinationsschwierigkeiten. Irmgard hatte ihm eine Butterbrezel mitgegeben. Sollte er diese nun vor oder zu der Bratwurst essen? Oder zuerst die Brezel mit ohne Butter, dann die Bratwurst und zum Schluss die Butterbrezel? Wieder mit nach Hause bringen, das  ging gar nicht. Franz wurde dann angeklagt, weil er kein Bier mitgebracht hatte. Dabei waren mehrere Schilder im  Abteil angebracht, die deutlich machten, dass kein Alkohol getrunken werden darf. Auch vespern war nicht erlaubt.

Eindeutig ein Fleischkäsweckle.

Aber da war es schon zu spät und sowieso zeigte das Schild eindeutig einen Fleischkäswecken und eben keine Bratwurst, geschweige denn eine Brezel. Also wurde trotz Deckenkameras munter weitergegessen. Die Brösel auf dem Boden wollte Peter auf der Rückfahrt zusammenkehren. Versprochen.

Karl und sein Zwillingsbruder.

So fuhr man gutgelaunt durchs schöne Murgtal, bestaunte das von riesigen Felsklötzen durchsetzte Bachbett der Murg, die imposante Kirche in Forbach und das Schloss Eberstein hoch über den Weinbergen von Gernsbach. Mitleidig betrachtete man die zahlreichen Fahrgäste die zur Arbeit oder in die Schule fuhren. Schön, dass man da nicht hinterher hetzen musste. In Bad Rothenfels war Endstation.

Nun ging es zu Fuß über die Murg, unter der vielbefahrenen B 462 hindurch und letztendlich wurde nach einer kleinen Parkanlage das Unimog-Museum erreicht. Und da standen auch schon die Ungetüme, die kraftstrotzenden Geländefahrzeuge und natürlich das Bundeswehrsuperfahrzeug, das nun den ehemaligen Soldaten die Freudentränen in die Augen trieb. Gott sei Dank konnten nicht alle Erlebnisse aus 18 Monaten Wehrpflicht erläutert werden, denn Hans bat zur angemeldeten Führung.

Upps, Frau Gisela Baumgart begrüßte die Truppe und stellte sich als Museumsführerin vor. Ehrlich, Vorurteile mussten da schon sehr unterdrückt werden. Doch sie erwies sich als versierte, kompetente und geduldige Führerin. Ihre Ausführungen über jedes Fahrzeug, über technische Details, über mehrere Jahrzehnte Fahrzeuggeschichte waren sehr interessant. 20 Rentner zum Zuhören anzuhalten unterscheidet sich von einer Schulklasse nur unwesentlich. Nach einer Stunde Geschichte und Technik, nach einer Einladung in einem Oldtimerbus Platz zu nehmen und einer Demonstration der neuesten Technik, bei der das Lenkrad auch auf die Beifahrerseite geschoben werden konnte, ging es endlich auf die Piste. Als Beifahrer durfte man in Schräglage, in Steillage, bei improvisertem Hängenbleiben und bei der fast überhängenden Abfahrt, das Gelände aus seltsamen Perspektiven kennen lernen. Eine abenteuerliche Fahrt.

Guten Appetit.

Der gemütliche Teil des Nachmittags schloss sich nahtlos an. In der Museumsgaststätte wurden Schäufele mit Sauerkraut und Fleischkäs mit Bratkartoffeln verzehrt. Dazu ein frischgezapftes Bier, dem jeweils ein Rubbellos beigelegt war. Ein,  zwei oder drei Mönche konnten freigerubbelt werden. Das war lustig. So kann man auch mit kleinen Sachen, manchem Rentner eine Freude machen. Nur die Rechnung, dass man bei zwei freigerubbelten Mönchen, das ein Freibier bedeutete, ein Bier weniger bezahlen muss, die hatte man ohne die Wirtin gemacht. Erst nach dem Bezahlen der Zeche konnte der Gutschein eingelöst werden und so musste mancher widerwillig(?) sein Freibier hinunterstürzen. Auch mit dieser Fleißaufgabe kam man zurecht. Auf direktem Wege ging es dann zum Bahnhof und stressfrei das Murgtal aufwärts wieder in Richtung Heimat. Nach einem herzlichen Dankeschön an Hans für die toll organisierte Fahrt verschwanden die DienstagsWanderer in der Dunkelheit.

 

Eine Antwort auf „Die DienstagsWanderer im Unimog-Museum.“

  1. Herrlich zu lesen und schon das Vorfeld beim Lösen der Fahrkarten löste in mir einen „Schocher“ Lachen aus. Jedenfalls hattet Ihr Alle viel Spaß.

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