Durchs Land der Grotta-Goscha

Dienstag, 21. Januar 2020

Von Hochmössingen auf den Lindenhof.

Das Ziel der DienstagsWanderer war die Bergkapelle auf dem Lindenhof. Gestartet wurde am Sportheim. Wanderführer Paul, der sein ganzes Arbeitsleben in Hochmössingen verbrachte, führte die Gruppe auf einem Wiesenpfad in Richtung Weiden. Am Waldrand wurde die Straße überquert und schon war das einzige Gewässer in Hochmössingen erreicht.

d Grotta-Weiher

Ein bisschen trostlos sah er aus, der als Naturdenkmal ausgewiesene Weiher. Allerdings ist er Lebensraum und Feuchtgebiet für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten und ein beliebtes Laichgewässer für Kröten. Schwäbisch: an Grotta-Weiher. Kröten oder Frösche, mancher kann sie nicht unterscheiden. Ein echter Leinstetter schon. Und so kam es auch, dass Paul sich als Lehrling sagen ließ, im Weiher habe es tausende Frösche. Sein Jagdtrieb war geweckt und mit schwerem Gerät bewaffnet schlich er durch das Schilf. Das Quacken war deutlich zu hören, die Schritte des Jägers kaum. Mit einem Platsch krachte der Kescher ins seichte Wasser, Paul war entzückt. Nicht lange, nur warzige, faltige, ledrige Grotta im Netz, pfui Teufel. Lang ist’s her.

Weiter ging’s hinüber zum Herrenhof, vorbei an „Seppers Vesperplatz“. Sepper war leider schon weg, nur seine leere Pilsflasche und eine VfB Fahne lagen noch da. Ab und zu war den Wanderern auch ein Blick hinunter ins Neckartal gestattet. Mit Hilfe von Spaziergängern, von Hemme und Google Maps wurde der Lindenhof durchquert und plötzlich stand man an der von Paul Mauser gestifteten Bergkapelle.

Die Rundkapelle.

Faszinierend der Ausblick hinunter nach Oberndorf, talaufwärts bis nach Altoberndorf. Gegenüber schlängelte sich die Serpentinenstraße am Hang hinauf. Wo führt sie hin? Man musste sich erst orientieren um zu glauben, dass sie zum Lindenhof führt. Da staunten selbst die Kameraden, die ihren Arbeitsplatz, die Mauserwerke, aus dieser Perspektive noch nie gesehen hatten. Nun gut, sie waren schließlich zum Arbeiten und nicht zum Spazierengehen angestellt.

Grandiose Aussicht ins Neckartal.

Als man die Wohnsiedlung des Lindenhofs durchschritt, waren alle erstaunt. Reihenhäuser, Hochhäuser, Einfamilienhäuser, Querstraßen, Sackgassen, Robert-Gleichauf-Platz. Dass dieser Oberndorfer Stadtteil so groß ist, das hätte keiner gedacht. Google-Hemme ließ sich von alledem nicht beeindrucken und führte die Gruppe zielstrebig zwischen den Häuserblöcken und Vorgärten hinaus auf die Äcker.

Die Schattenmänner.

Eine ältere Dame mit einem noch älteren Fahrrad schob er die Anhöhe hinauf. Hätte er nicht tun sollen. Eine halbe Stunde später musste man ihm Stöcke geben, damit er nicht den Notarzt rufen musste. Ja, ja, die Fußballer und ihre abgenützten Knie.

Herrliches Wetter, tolle Fernsicht, das Tagesziel vor Augen, es machte richtig Spaß. Überraschend gab es noch eine spontane Betriebsbesichtigung bei der Firma HOMAtech.

Da glänzten die Augen der Eisenmuggelmechaniker, der Strippenzieher und Alltagstechniker. Eine kleine Abordnung beobachtete pflichtbewusst den spendierten Kasten Bier. Dann musste zum Aufbruch gerufen werden, denn der Wirt im Sportheim hatte extra für die DienstagsWanderer eine Stunde früher geöffnet. Nur, wo blieben diese? Traktoren gab es noch zu besichtigen, ein Arbeitskollege musste noch besucht werden und da am Dienstag Weltknuddeltag war, kam Manfreds Martina gerade recht zum Knuddeln. Glückshormone wurden freigesetzt und mit beschwingten Schritten bewältigte man die letzten Meter. Der Wirt hatte bereits eine Tischreihe aufgestellt, zückte sein Blöckle und notierte. Seine Frau ließ Dampf ab, an der Kaffeemaschine natürlich,  und beim ersten „eine Tasse Kaffee“ begann sie zu schnurren, die Kaffeemaschine natürlich. Normalerweise darf bei den DienstagsWanderern erst getrunken werden, wenn alle ein Getränk vor sich haben. Da die Ankunftszeiten aber aus den oben genannten Gründen sehr unterschiedlich waren, beantragte Richard eine Sondergenehmigung. Stattgegeben. Als dann der ortsbekannte Wanderführer Paul überall sein Schwätzle gehalten hatte, traf auch er im Sportheim ein und die 19 köpfige Truppe war somit wieder komplett.

Halt, einer wurde doch vermisst. Am Stammtisch saß der einheimische Emil und dessen erste Frage lautet stets: „Wo isch d Finni“?   „Net d bei, der muas Kendsmagd sei“, gab im Nachbar Siegfried zur Antwort.

Ade miteinander.