Umweltverträglich unterwegs?

Dienstag, 10. März 2020

Das hätte man besser lösen können. Von Bettenhausen nach Glatt.

Start der Wanderung war am Dienstag der Rathausplatz in Bettenhausen. Das war für die Abteilung “Leinstetten“ völlig außergewöhnlich, zumal die klare Ansage, “wie kommt man da hin“, fehlte.

Bei gutem Wetter zu Fuß, aber bei Regen? Eigentlich hätte man den Bus nehmen können, der täglich um 13:45 Uhr vom Rathaus in Leinstetten nach Sulz fährt. Eigentlich, aber das hätte gekostet. Zudem zogen sich bisher die Preisverhandlungen mit dem Busfahrer meistens derart in die Länge, dass man unmöglich pünktlich in Bettenhausen hätte sein können. Die Alternative mit bilden von Fahrgemeinschaften scheiterte an der Kommunikation. Letztendlich fuhren wegen acht Personen fünf Autos von Leinstetten nach Bettenhausen. Auch keine Meisterleistung.

Auch bei der Rückfahrt von Glatt nach Bettenhausen/Leinstetten wollten die Senioren umweltverträglich unterwegs sein. Bei der telefonischen Anfrage wurde Fritz mitgeteilt, dass der Bus, der um 17:30 Uhr das Glatttal hochfährt zwar Fahrgäste aussteigen lassen darf, aber keine mitnehmen. Natürlich gab es eine Alternative. Mit dem Bus um 17:39 Uhr von Glatt nach Sulz-Schillerhöhe fahren, aussteigen, 5 Minuten warten und mit dem nächsten Bus  über Hopfau, Dürrenmettstetten nach Leinstetten. Unglaublich, der 1. April kommt doch erst.

Wie auch immer, trotz miserabler Wettervorhersage machte sich eine stattliche Gruppe auf den Weg an der Glatt entlang. Noch hatte sich das Hochwasser nicht gänzlich zurückgezogen, aber es floss in der vorgegebenen Richtung talwärts.

Von den Bergen rauscht das Wasser.

Die unzähligen Rinnsale, die vom Hagiswald herunterplätscherten, hatten den Radweg aufgeweicht und mit Pfützen durchzogen. Übel hat auch in diesem Gewann der Sturm seine Wut ausgelassen. In Hopfau schoss das Wasser vom Dobelbach heraus und strömte vereint mit der Glatt um die Wette dem Neckar zu.

Die Glatt lässt es rauschen.

Mit einem Kajak hätte man sich in abenteuerlicher Fahrt anschließen können. Aber man war nun mal zu Fuß unterwegs. Die Wildenten hatten es besser. Zwei Erpel buhlten um die Gunst eines Weibchens. Der eine ließ sich angeberisch in die Strömung treiben, während der andere sich in unmittelbarer Nähe der Ente aufplusterte. Doch sie schien wenig beeindruckt. Ein Graureiher verließ seinen Beobachtungsplatz, schwebte majestätisch über die Köpfe der DienstagsWanderer hinweg. Ein Radler zog es vor, die Gruppe weiträumig zu umfahren. Warum auch immer. Herrchen ging vorschriftsmäßig mit Hündchen an der Leine, Frauchen wechselte mit ihren müden Rüden die Richtung. Bleibt zu hoffen, dass beide dieses Schild richtig interpretiert haben.

Wer von beiden?
Endlich Frühlingsboten.

Am Bachufer immer wieder herrliche Schneeglöckchen, denen leider zum vollkommenen Blühen ein wenig Sonne und Wärme fehlte. Das Fähnlein am Ackerrand schien ziemlich unmotiviert zu flattern.

Nochmals wurde die Talseite gewechselt und wenig später war man in Glatt. “Sie haben ihr Ziel erreicht“. Zum Glück nicht beim Durchqueren des Friedhofs. Nein, im Gasthaus Kaiser wartete bereits die Mettstetter Bande und die wollte man nicht enttäuschen. Die Wirtin mit ihren Helferinnen stand bereit und flugs ging’s zum gemütlichen Teil über. Zum Bier gab es Erdnüsse, zum Kaffee auch. Reine Geschmacksache. Ungeniert wurde zugegriffen, trotz Corona langte  jeder in die Schale, außer einem, der nahm den Löffel. Aus hygienischen Gründen oder um mehr aufladen zu können, blieb offen. Seinen  Hamsterbäckchen nach zu urteilen wohl eher das Zweite. Eine unterhaltsame, gemütliche Einkehr.

Langsam galt es an die Rückfahrt zu denken. Während Frau Wirtin das Abkassieren organisierte, wurde ein neuer Schlacht- bzw. Fahrplan ausgetüftelt. Bis geklärt war, wer mit wem nach Bettenhausen, wer von Bettenhausen wieder nach Glatt und wer dann mit wem nach Hause fährt, waren auch die Getränke bezahlt. Jeder erhielt vorschriftsmäßig einen Kassenbon ausgehändigt und zufrieden wurde der Heimweg angetreten.

 

 

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