Endlich wieder gemeinsam unterwegs!

Nach Monaten, in denen man nicht als Gruppe unterwegs sein durfte, in denen man zu seinen besten Kameraden Abstand halten musste, in denen man keine Gelegenheit hatte, über dieses und jenes zu diskutieren und schon gar nicht mit einem Bier oder einem Glas Wein anstoßen konnte, erschien nun doch ein Lichtlein am Ende des Tunnels.

Leider ist dieses Lichtlein für einen Kameraden ausgegangen, für immer. Für die DienstagsWanderer blieb nur noch, ihm auf seinem letzten Weg die letzte Ehre zu erweisen.

Er würde sagen: “Auf geht’s, lasst euch nicht runterziehen“.

Seit Wochen treffen sich, selbstverständlich unter strenger Einhaltung der  Corona-Vorschriften, zweier und dreier Grüppchen, Genesene, ein oder zwei Mal Geimpfte, um langsam wieder Kondition aufzubauen, damit, wenn endlich der Inzidenzwert mehr erlaubt, man für größere Touren gerüstet ist. So durfte man sich doch wenigstens einmal die Woche zuprosten. In Mettstett am Turm in alle Himmelsrichtungen, gerade noch in Rufweite, im Tal der Glatt, hinüber auf die andere Talseite, wo die Abteilung Schnecken unterwegs war. In Fürnsal am idyllisch gelegenen Türnentalsee, wo unzählige “ Beekle“ das Abstandhalten erleichterten, in Betzweiler am Teich durch das Schilf hindurch. Ja, es fiel schon schwer, die Kameraden nur aus der Ferne zu sehen, das Plopp beim Öffnen der Bierflasche kaum zu hören.

Aber jetzt, jetzt ist die Zuversicht zurück. Fast alle haben ihre Impfungen erhalten, man darf sich wieder treffen. Endlich.

Dienstag, 15. Juni 2021

Was für ein Tag? Er hätte nicht schöner sein können. Die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel, das Thermometer zeigte endlich sommerliche Grade an, selbst Kamerad Peter aus Stuttgart ließ es sich nicht nehmen, am Dienstagnachmittag  mitzuwandern. Wie üblich traf man sich in Leinstetten am Rathaus um dann gleich die Steigung hinauf zum Kapf in Angriff zu nehmen. In der Tourenbeschreibung der Wanderer wurde dieser Anstieg die Honigschnaps – Passstraße genannt. Für Imker Otto die stille Aufforderung – wozu wohl? An seinem Haus angelangt, ging, wie fast immer, die Haustüre auf und Otto erschien mit einem Tablett, bestückt mit einem süßen und einem scharfen Schnaps. Aha, er hatte also die Ankündigung in der Tourenbeschreibung verstanden. So gestärkt, wurden die letzten Höhenmeter zum Kapf locker bewältigt. Obwohl im Tal die Heuernte in vollem Gange war, durfte auf einigen noch ungemähten Wiesen eine unglaubliche Blumenpracht bestaunt werden. Besonders Trick’s Magerwiesen, vom Landwirtschaftsamt als einmalig im Kreis Rottweil bezeichnet, waren ein Traum. Weiter ging’s hinein in den Staatsforst. Angenehm, im Schatten mächtiger Bäume. Unterhaltsam, denn man hatte sich viel zu erzählen. Im Waldbrünnele war leider kein Bierdepot angelegt, was zu einem heftigen Disput zwischen Bruno und Paul führte. Zum Glück musste wieder bergauf gewandert werden und die Atmung …. Nein, ganz so schlimm war es nicht. An der nächsten Weggabelung entschloss man sich für die Variante Heimweg, denn das Bier im Rucksack durfte nicht ungenießbar werden. Paul und  Fritz erinnerten, dass es hier oben einst drei Bauernhöfe gab. Die blühende Akelei und der eigenwillige Schachtelhalm, auch Pfannenputzer oder Scheuerkraut genannt, wurden begutachtet, sowie eine Geschichte über Tannenzapfen mit Mausschwänzle zum Besten gegeben. Zurück am Kapf, wo bereits die Nichtwanderer auf die Truppe warteten, ging man unverzüglich zum gemütlichen Teil über. Fritz, unlängst 80 geworden, öffnete seine Wunderkiste und zauberte mehrere Flaschen Bordeaux Weine hervor.

Nein, 80 sieht man ihm nicht an!

Weingläser hatte er ebenfalls dabei und so konnte man mit den besten Wünschen für die Zukunft mit ihm anstoßen. Ein leckeres Speckweckle gab es  dazu, Rentner, was willst du mehr?

So lässt es sich aushalten.

So genossen die DienstagsWanderer im Schatten der dichten Laubbäume die herrliche Aussicht hinunter ins Glatttal, das Zusammensein, den wunderschönen Nachmittag auf der Leinstetter “Seiser Alm“, während die Fuhrwerke der Heuernter und Holzhändler ratternd ihre Arbeit verrichteten. Mit der Hoffnung, dass endlich weitere Pandemielockerungen freigegeben werden, wurde der Heimweg angetreten.

 

Eine Antwort auf „Endlich wieder gemeinsam unterwegs!“

  1. Endlich mal wieder gute Nachrichten, wenn auch vermischt mit einem Wermutstropfen und Trauer um den fehlenden Kameraden. Viel Spaß und Freude beim Wandern Euch Allen
    Von Uschi G.

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