Burg Lichtenfels

Die Burg Lichtenfels wurde vermutlich von den Grafen Hohenberg in den Jahren 1230/50 erbaut.

Miniatur aus der Manessischen Liederhandschrift
Die Miniatur aus der Manesse-Handschrift stellt vermutlich die Schlacht zwischen Graf Albrecht von Hohenberg und Haigerloch (um 1235 – 1298) und Otto von Niederbayern dar. Graf Albrecht von Hohenberg fiel im Kampf vor seiner Burg Leinstetten, obwohl er auf der Darstellung wie der Sieger wirkt.

Grundriß der Burg Lichtenfels aus dem Jahr 1907
Der obenstehende Grundriß von K. A. Koch zeigt den
Zustand im Jahre 1907.
A = Burghof B = Reste vom Pallas
C = Schildmauer D = verm. Kl. Zwinger
E = verm. Früh. Gebäude F = Schießscharten

Sie ist ein Bau- und Geschichtsdenkmal von großem historischen Wert: Am 17. April 1298 endete der Kampf um die Burg mit dem Tod von Graf Albrecht von Hohenberg (Schwager von Rudolf I von Habsburg, der 1273 zum römisch-deutschen König gekrönt wurde) und im Jahr 1428 wurde die Burg vom Heer der Gräfin von Mömpelgard / Württemberg belagert und zerstört.

Die noch erhaltenen Bauteile der Ruine nehmen in der Burgenkunde eine wichtige Stellung ein, da sie besondere Eigentümlichkeiten (spät-staufische Schildmauer mit innerem Wehrgang, Schießkammern und Schlitzscharten) aufweisen und da es auffallende Ähnlichkeiten zu Burgen im Elsaß gibt.

 

Die genaue Aufnahme der Bausubstanz 1907 veranlasste K. A. Koch später zu der nachstehenden Rekonstruktions-Zeichnung.

Rekonstruktions-Zeichnung der Burg Lichtenfels aus dem Jahr 1907

Die Burg diente höchstwahrscheinlich der Sicherung einer in nächster Nähe vorbeiziehenden Fernstraße. Dieser „Heerweg“ überquerte hier das Tal der Glatt und wurde vermutlich schon im frühen Mittelalter angelegt.

Wie bei vielen anderen Ruinen im Lande üblich sind Steine der Burg Lichtenfels bei Hausbauten in Bettenhausen und Leinstetten verwendet worden.

Im Jahre 1847 kam die Ruine durch Kauf in das Eigentum des Freiherrn Edwin von Podewils, dessen Nachkommen sie noch heute gehört.

Die Familie von Podewils ermöglichte im Jahr 1979 gemeinsam mit den Denkmalsbehörden des Landes eine umfangreiche Renovierung der Burg.

Südmauer der Ruine Lichtenfels

Ballade vom Lichtenfels

„Der vergrabene Schatz in den Ruinen von Lichtenstein“

Im Schwarzwalde, da ist ein Dörfchen,
Leinstetten, ist wenig bekannt,
Es liegt dabei eine Ruine,
Burg Lichtenstein wird sie genannt.

Im Jahr fünfzehnhundert und zwanzig,
Empörten der Bauern sich viel,
Sie sengten und brennten und trieben
Mit Schwert und mit Feuer ihr Spiel.

Sie zogen von Burgen zu Burgen,
Ermordeten Ritter und Frau’n,
Bewaffnet mit Dreschflegel, Spießen,
Der Gräuel war schrecklich zu schau’n.

Auf Lichtenstein lebte ein Ritter,
Der hatte ein Töchterlein hold,
Er sprach zu ihr „laß uns verbergen
Mein Töchterlein, all‘ unser Gold.

Innenhof der Ruine Lichtenfels

Die Bauern, sie kommen und rauben,
O laß uns vergraben den Schatz,
Im Keller tief unter der Erde,
Da ist wohl der sicherste Platz.

„Mein Töchterlein, sollte ich sterben,
Dein Brautschatz soll dieses dann seyn.”
So sprach er und senkt in die Erde,
Gefüllet die Kiste hinein.

Die Bauern, sie kamen, zerstörten
Burg Lichtenstein bis auf den Grund,
Ermordeten Vater und Tochter,
So macht es die Sage uns kund.

Die Mauern der Burg sehen traurig
Hernieder in’s Leinstetter Thal,
Am Fuße des Thurms ist ein Plätzchen,
Da wächst nichts, das bleibet so kahl.

Und kommt die Nacht, sieht man zwei Lichtlein
An diesem so schauerlichen Platz,
Die Geister sind’s, Vater und Tochter,
Sie hüten noch immer den Schatz.

Lage
Wanderwege zur Lichtenfels