Bachfest Leinstetten am Samstag, den 18. Mai 2019

Zum Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen im Einzugsbereich der Glatt gab es am Samstag einen gelungenen Auftakt des Bachfestes in Leinstetten auf der Wöhrd. Viele Besucher hatten sich zu diesem Fest eingefunden. Ein volles Festzelt und ebenso viele Besucher vor dem Zelt, zeigten ihr großes Interesse an dieser wohl einmaligen Festlichkeit.

(ein Bericht zum Festverlauf am Sonntag folgt)

Bachfest am Samstag – Ein gelungener Festauftakt

Bachfest heißt Wasser von unten, aber leider auch von oben. Allen Vorhersagen zum Trotz begannen die Spiele der Schul- und Kindergartenkinder „Kleine Strolche“ mit Sonne und dazu hatten sich Erzieher, Eltern und Helfer viel einfallen lassen. So wurden in Gruppen Laternen und Schiffe gebastelt, Fische geangelt, mit Wasserpistolen auf Flaschen gezielt und vieles mehr. Mit großem Eifer waren viele Kinder dabei und konnten am Schluss mit ihren errungenen Stempeln schöne Preise ergattern.

In der Zwischenzeit hatten sich acht toll kostümierten Gruppen zum ersten Vorlauf für das Drachenbootrennen eingefunden. Dazu gab es auch eine Juniorenmannschaft. In einem  grünen und roten Drachenboot wurde gegeneinander angetreten.   Es war gar nicht so einfach, die Boote gleichmäßig zu steuern und gerade zu halten, da half  auch der Trommler an Bord nichts. Aber wacker kämpften die Mannschaften gegeneinander und so mancher fand sich auch in den Uferhecken wieder und kam am Ende doch ins Ziel. Der Spaß der Teilnehmer und des Publikums war riesig.

Ein weiterer Höhepunkt war die Einfahrt und Anlandung des fast 60 m langen Schiltacher Original Schwarzwälder Gestörfloßes. Mit an Bord waren Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich, Bürgermeister Markus Huber, Dornhan und Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer aus Glatten.

Nach der Anlandung wurde von Fritz Peter, der sich intensiv mit der Leinstetter Geschichte befasst, die Enthüllung der Flößertafel auf der Wöhrd, vorgenommen. Diese Tafel soll an viele Männer aus Leinstetten und der näheren und weiteren Umgebung erinnern und es soll ein Zeichen damit gesetzt werden, daß sie nicht vergessen sind. Diese Holztransporte auf der Glatt, Lauter und dem Heimbach bestimmten das Leben der Menschen hier. Im 19. Jahrhundert lebte noch jede zweite Familie in Leinstetten vom Handwerk der Flößer. Wilhelm Merz, Oberflößer aus Leinstetten begleitete die letzte Floßfahrt am 20. Oktober 1899 von Sulz nach Esslingen.

Um 19 Uhr eröffnete Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich den Festakt. Dabei begrüßte sie Bürgermeister Markus Huber der Stadt Dornhan, Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer aus Glatten,

Ortsvorsteher Robert Trautwein in Stellvertretung vom Bürgermeister Gerd Hieber aus Sulz und alle Festgäste.

Sie bedankte sich besonders bei allen Helferinnen und Helfern, die einen großartig organisierten Arbeitsdienst geleistet hatten. Ohne diese Zusammenarbeit wäre die Ausrichtung eines solchen Festes nicht möglich.

Nach einigen, teils auch lustigen Anekdoten über die Hochwasser in den vergangenen Jahren, übergab Sigrid Kümmich das Wort an Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer, zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Hochwasserschutz im Einzugsbereich der Glatt.

Bürgermeister  Tore-Derek Pfeifer begrüßte alle Anwesenden mit den Worten, „es wäre für ihn eine besondere Ehre, dass er anlässlich der Vollendung des satzungsrechtlich festgelegten Hochwasserschutzkonzeptes zum Hochwasserschutz im Einzugsbereich der Glatt, zu den Gästen sprechen darf.“

Er bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern für die Ausrichtung dieses wunderbaren Bachfestes. Nach seiner Überzeugung wäre diese Baumaßnahme still und leise zu Ende gegangen, hätten nicht die Leinstetter zum Abschluss die Planung eines Festes in die Hand genommen. Viele Namen müssten genannt werden, die sich alle für den Erfolg des Hochwasserschutzes im Glatttal eingesetzt hätten. Dabei begriffen die Menschen, daß Hochwasserschutz nicht nur die Unterlieger, sondern auch die Oberlieger angehen würde. Zum Wohle Vieler mussten auch die persönlichen Interessen Einzelner zurück gestellt werden. Das bedurfte einer Menge Überzeugungsarbeit. Stellvertretend bedankte sich Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer bei Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich  mit einem herrlichen Blumenstrauß für ihr Engagement.

Die verheerenden Hochwasserschäden der Jahre 1990 und 1992 gaben den Grund dafür, daß sich die Ober- und Unterliegerkommunen der  Glatt mit dem technischen Hochwasserschutz für das Einzugsgebiet der Glatt und ihrer Nebengewässer auseinander setzten. Ausführlich ging Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer auf das Hochwasserschutzkonzept, die Planung und Ausführung ein.

Sein Dank für die Realisierung  ging dabei an das Planungsbüro Wald und Corbe aus Hügelsheim, welches den Verband begleitet hatte, an den  früheren Bürgermeister Michael Pfau, dem Land Baden-Württemberg für die finanzielle Unterstützung von nahezu 70 % aller Baumaßnahmen und an alle Verbandsgemeinden, welche die nicht zuschussfähigen Kosten sowie 30 % Investitionskosten und den Unterhalt der drei Hochwasserrückhaltebecken finanzieren.

Er freue sich auf weitere Begegnungen mit gemeinsamen Projekten für unsere wunderschöne Region.

Bürgermeister Markus Huber begrüßte ebenfalls alle Festgäste und lobte, daß der Förderverein „Mehrzweckhalle Leinstetten e.V.“ zusammen mit den Leinstetter Vereinen dieses Bachfest als Abschluß der Hochwasserschutzmaßnahmen bewerkstelligte. Er ging ausführlich auf die Kosten der Maßnahmen ein.

Nicht nur eine gelungene Schutzmaßnahme wurde bewerkstelligt, sondern es erfolgte zugleich eine Neugestaltung  im Freizeitbereich am „Neuen Weg“ in Bettenhausen und die Neugestaltung Wöhrd in Leinstetten. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen geschaffen, ein Bürgerhaus in der Ortsmitte, auf der Wöhrd zu erstellen.

Ortsvorsteher Robert Trautwein vertrat Bürgermeister Gerd Hieber aus Sulz und überbrachte dessen gute Wünsche zur Fertigstellung der Hochwasserschutzmaßnahme.

Zwischendurch wurden alle Gäste von vielen Helferinnen und Helfern mit einem deftigen Flößervesper und Getränken versorgt.

Zur weiteren Unterhaltung spielte eine der besten Coverbands, die „Route 66“ aus Freiburg. Sie präsentierten die größten Hits aus den 60er bis zu den 80er Jahren, von den  Rollingstones bis zu Pink Floyd.

Nach Einbruch der Dunkelheit leuchteten am Bachufer und an vielen Stellen entlang der Glatt unzählige bunte Lichter.

Gegen 22 Uhr und leider bei leichtem Regen, zeigten Männer der  Feuerwehr Leinstetten/Bettenhausen, daß sie nicht nur bei der Brandbekämpfung ihren „Mann stehen“, sondern daß sie eine gigantische Wasser- und Lichtshow an der Glatt zuwege brachten.

Daniel Dölker war für die Tontechnik verantwortlich und die Musik zu der Show spielten als Eigenkomposition Joshua Beuter an der Orgel und Vincent Bronner am Schlagzeug. Lothar Bronner übernahm die Aufnahmeleitung des Stückes.

Kommandant Oliver Weil mit seinen Kameraden Christian Bronner, Heiner Ott, Christoph Wegenast, Lorenz Günthner, Daniel Schreiber, Daniel Heinzelmann, Patrick Günthner, Michael Legler, Lauren Schaber, Wolfgang Zahn und Meinrad Günthner arbeiteten Hand in Hand an dieser unglaublichen Show, deren Choreographie mit Wasser, Licht, Farben und Musik hervorragend zusammenspielte. Das Publikum bedankte sich bei Ihnen mit einem riesigen Applaus.

Nach dieser Show ging es bis in die frühen Morgenstunden weiter bei Tanz und Musik mit der „Route 66“.

 

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